VIECH

VIECH zelebrieren seit jeher ihren ausgeprägten Hang zur Eigenheit. Auf dem neuen Album „Heute Nacht nach Budapest” (VÖ April 2018) verweigern die schwarzen Vögel nun endgültig den Flug in den Süden. Kompromisslos setzen sie sich über die vermeintliche Intelligenz des Schwarms hinweg und besinnen sich auf ihre erprobte Kernkompetenz: textstarke Popmusik, die sich nicht nach dem Wind dreht.

Zehn Songs beinhaltet das dritte Studioalbum des steirisch-oberösterreichischen Trios. Darauf peitschen Paul Plut (Gesang, Gitarre), Christoph Lederhilger (Schlagzeug) und Martina Stranger (Bass) ein schroffes, aber schillerndes Arrangement vor sich her. Die Sprache als Spielgefährtin, holen sie allerhand Charaktere auf die Textbühne: vom reuigen Tunichtgut („Jeder tut halt was er kann | was nicht viel ist in meinem Fall”) bis zum Eigenbrötler ohne Gefallsucht („Wie schnell man doch vergisst, dass man nicht alle Menschen mag”)

Fest steht, dass VIECH seit ihrer Gründung 2011 vieles richtig gemacht haben. Zwei Mal war die Band bereits nominiert für den FM4 Amadeus Austrian Music Award. Große Auftritte am Nova Rock Festival und am Wiener Donauinselfests folgten wenig später. Und ihre Live-Shows beweisen nach wie vor: Hier brennt österreichischer Dreck unter den Nägeln. Und spätestens, wenn sich die selbsterklärten Widerspenstigen zu einer ihrer zwielichtigen Anekdoten aufschwingen, verdunkelt sich die Sonne – und wir wissen: Hier erobert eine Schar sympathischer Käuze den heimischen Pophimmel. Vorhang auf für die Dunkelheit. Vorhang auf für VIECH.